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Innovation

Björn Lindner, Leiter Innovation und Anna Baschung, Projektleiterin Innovation gemeinsam mit Lara Amini von LOXO (Mitte) vor unserem autonom fahrenden Paketfahrzeug "Mathilde"
Interview

Nachgefragt bei der Planzer Innovation

17. Juli 2025

Tüfteln, testen, weiterdenken – das passiert bei uns nicht im stillen Kämmerlein, sondern unter anderem durch das Innovationsprogramm „Planzer Werkbank“. Dort entstehen aus weit gefassten Ideen konkrete Innovationsprojekte. Wir haben bei der Innovationsabteilung nachgefragt, wie Innovationen entstehen, welche Rolle die Nachhaltigkeit und externe Partner dabei spielen und welche Trends oder Technologien für uns von Bedeutung sein werden.

Björn Lindner, Leiter Innovation und Anna Baschung, Projektleiterin Innovation gemeinsam mit Lara Amini von LOXO (Mitte) vor unserem autonom fahrenden Paketfahrzeug "Mathilde"
// Planzer: Was bedeutet Innovation für Planzer, und wie wird sie in die Unternehmensstrategie integriert?
Anna: In erster Linie wird Innovation durch die Planzer Werkbank ins Unternehmen integriert. Die Aktivität der Werkbank zur Gewinnung und Umsetzung neuer Ideen knüpft direkt an die Werte an und entspricht auch den Vorstellungen weiterer für uns zentraler Grundsätze: Wir gehen mit Leidenschaft und Interesse an die Themen unserer Branche ran und sind sehr motiviert, einen echten Beitrag für die nächste «Generation Planzer» zu leisten. In unseren Projekten denken wir immer nachhaltig und integrieren die 3 P-Dimensionen in die Umsetzung von Ideen: People, Planet, Perspective. Anforderungen aus allen drei Bereichen bei den Lösungen zu berücksichtigen ist dabei unsere Challenge. Mit unserer Arbeit leisten wir einen Beitrag zur familiären Unternehmenskultur, die wir bei Planzer pflegen. Innovationen bringen oft Veränderungen – die gemeinsame Kultur ist deshalb ein wichtiger Ankerpunkt. Wir bleiben offen für neue Ansätze und stets beweglich, ohne uns dabei zu verbiegen und den Blick stets auf unsere zentralen Werte gerichtet.

Björn: Innovation bedeutet für Planzer vor allem, dass wir gemeinsam wachsam und neugierig schauen, wo neue Ideen und auch neue Technologien die Chance haben, den Service für unsere Kunden weiterzuentwickeln und stetig noch besser zu machen, aber zum Beispiel auch unsere Zusammenarbeit effektiver zu gestalten. Dort sehen wir unsere Aufgaben: Die Planzer-Familie dabei zu unterstützen, Augen und Ohren offen zu halten und dort, wo es sich lohnt, aktiv zu werden. Und dadurch wiederum die Chance wahrzunehmen, Themen gemeinsam aufzugreifen, zu prüfen und, wo sinnvoll, auch zu pilotieren. Innovation entsteht bei Planzer gemeinsam – je mehr Engagement aus jeder Ecke unserer Planzer-Familie, umso grösser die Wirkung.

// Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit externen Partnern, bspw. Startups oder Forschungseinrichtungen?
Anna: Sehr wichtig – insbesondere die Zusammenarbeit mit verschiedenen Hochschulen. Dadurch sind wir nahe an den jüngsten, wissenschaftlichen Erkenntnissen und können in der Zusammenarbeit mit beispielsweise der ZHAW oder der FHNW sehr praxisrelevante Fragestellungen und Themen platzieren. Durch diese Kooperationen können wir Planzer als spannenden Arbeitgeber mit breiten Themenfeldern positionieren und arbeiten damit auch an der Aussenwahrnehmung unserer Firma.

Björn: Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen. Ohne die Zusammenarbeit mit Partnern, wie zum Beispiel einem Startup wie Loxo im Bereich hochautomatisiertes Fahren, sind Innovationen in den komplexen Themen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt und Technologien nicht möglich. Die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung sind im Bereich Innovation deshalb zentral.

«Ohne die Zusammenarbeit mit Partnern, sind Innovationen in den komplexen Themen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt und Technologien nicht möglich. Die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung sind im Bereich Innovation deshalb zentral.»

Björn Lindner, Leiter Innovation Planzer Transport AG
// Wie identifiziert ihr soziale und ökologische Trends und Technologien, die für Planzer relevant sein könnten?
Björn: Das ist keine einfache Aufgabe. Zunächst haben wir Fokus-Themen festgelegt, um uns in der schnelllebigen Zeit nicht in unterschiedlichen Gebieten zu verlieren. Dann setzen wir stark auf unser Netzwerk und den Austausch mit Kollegen, anderen Akteuren, Wissensträgern und Menschen, die Expertise in bestimmten technologischen Themen aufweisen. Wir haben innerhalb unserer Planzer-Werkbank eine starke Truppe, die gemeinsam mit uns die Einschätzung relevanter Themen und Trends vornimmt. Ob diese jedoch tatsächlich relevant sind, zeigt sich oft erst, wenn wir ins Tun kommen und probieren, testen und lernen. Wir haben dabei auch keine Scheu, bestimmte Ansätze und Themen wieder zu verwerfen. Dies gehört ebenfalls zum Lernprozess dazu.
// Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit generell bei der Entwicklung neuer Lösungen und Prozesse?
Anna: Sie ist entscheidend in jeder Hinsicht. Bei der Umsetzung unserer Projekte haben wir stets die drei Dimensionen People, Planet, Perspective gemäss unserem Plan P Konzept vor Augen. Die Ausrichtung an sozialer, ökologischer und ökonoimischer Nachhaltigkeit ist darum für uns das Fundament aller Projekte.

Björn: So ist es. Ein Thema, das nicht der Nachhaltigkeit dient – sei es sozial, ökologisch oder eben auch ökonomisch – dürfen wir aus Sicht der Innovation gar nicht weiterverfolgen.

«Die Ausrichtung an sozialer, ökologischer und ökonoimischer Nachhaltigkeit ist für uns das Fundament aller Projekte.»

Anna Baschung, Projektleiterin Innovation
// Wie gelingt der Spagat zwischen wirtschaftlicher Effizienz und ökologischer oder auch sozialer Verantwortung bei Innovationen?
Anna: indem diese Anforderungen und Perspektiven von Beginn an in Projekte mit eingebunden werden und sie nicht als «Optionen» zur Diskussion stehen. Wir pilotieren ein Projekt mit einem Business-Case in dem die ökologischen und soziale Verantwortung mit einbezogen werden. Wirtschaftliche Effizienz, ökologische und soziale Verantwortung sind vereinbar und öffnen neue Türen. Es ist also kein Spagat.

Björn: Ich denke auch es ist eben kein Spagat, sondern die grosse Chance von Innovationen, eine Verbesserung in all diesen Dimensionen gleichzeitig zu erzielen.

// Welche Trends und Technologien seht ihr, die in den nächsten Jahren für die Logistikbranche und Planzer von grosser Bedeutung sein werden?
Björn: Wir sehen vor allem eine grosse Wende in der Mobilität und damit auch in der Gütermobilität. Die Treiber sind in den Technologien zu finden, insbesondere befeuert durch künstliche Intelligenz, Daten und hochleistungsfähige Sensoren. Auch ein Grund, warum wir mit dem Pilotprojekt «Planzer – Dynamic Micro-Hub with LOXO» in Bern als erstes Transportunternehmen in Europa dieses Thema aufgegriffen und in Partnerschaft angegangen sind. Diese Wende bringt auch die Chance, Antworten auf zeitgemässe Fragen wie passende Arbeitsmodelle, möglichen Fachkräftemangel und Dichtestress im urbanen Raum zu finden. Zudem sehen wir im Bereich künstliche Intelligenz grosses Potenzial, um grundlegende Abläufe in der Logistikbranche sicherer und effizienter zu gestalten. Dadurch werden nicht nur Prozesse vereinfacht und optimiert, sondern auch Mitarbeitende entlastet, damit diese sich auf die wichtigen Aufgaben, für die sie ausgebildet wurden, konzentrieren können.
// Wie verändern sich das Kundenverhalten und die Ansprüche in Bezug auf nachhaltige Logistik und wie reagiert Planzer darauf?
Björn: Wir sind in unseren Tätigkeiten seit jeher mit nachhaltigem Bewusstsein aktiv und damit zukunftsgerichtet unterwegs. Somit sind wir in der guten Position nicht reagieren zu müssen, sondern weiterhin positiv und proaktiv nach vorne agieren zu dürfen und unseren Kunden und Partnern innovative und Nachhaltige Lösungen anbieten zu können.
// Wie schätzt ihr die Bedeutung von Innovation für die Wettbewerbsfähigkeit von Planzer in den nächsten Jahren ein?
Anna: Wir werden zurzeit als eines der innovativsten Unternehmen in unserer Branche wahrgenommen. Die Innovation beeinflusst die Aussenwahrnehmung von Planzer auf unterschiedlichen Ebenen. Durch die Zusammenarbeit mit Hochschulen aber auch durch Referate an verschiedenen Veranstaltungen durften wir unser Citylogistik-Konzept schon mehrmals öffentlich vorstellen und stiessen dabei auf breites Interesse. Aus meiner Sicht ist es zentral, dass Planzer in die eigene Erfahrung mit neuen Technologien investiert und den Rahmen dafür bietet. Beispielsweise für den langfristigen Einsatz von E-LKW. Bedeutende Fragen wie beispielsweise nach dem richtigen Standort, Fracht und Bewegungsradius müssen im alltäglichen Einsatz getestet werden. Auch der Einsatz von hochautomatisierten Fahrzeugen ist ein wichtiges Thema. Die Integration dieser Technologien und Systeme in die bestehende Struktur ist entscheidend für den Erfolg und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit.

Björn: Innovationen sind zwingend erforderlich, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Planzer ist hier wie bereits erwähnt bewusst proaktiv unterwegs. Wir als Innovationsabteilung sehen es als unsere Aufgabe diese Rolle fortzusetzen. Dazu sind wir auch für alle unsere Kolleginnen und Kollegen eine wichtige Anlaufstelle und bieten durch die Werkbank das Gefäss, um neuen Ideen die Chance zu geben, Planzer durch bevorstehende Veränderungen mit neuen Möglichkeiten zu navigieren.

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